Muss ich für den Atommüll zahlen, wenn ich groß bin?

anna_1000Ja, natürlich! – antwortet E.On, denn der Konzern plant gerade, sein Atomgeschäft in ein gesondertes Unternehmen abzuspalten. Die Idee: Wenn dann die Kosten für die Lagerung des Atommülls steigen, geht dieses Unternehmen eben pleite und die Kosten darf die Allgemeinheit übernehmen. Ziemlich unfair!

Kritik an Abspaltung (WiWo)
Die Rechnung sollen andere zahlen (NDR)
Der Eon-Deal (.ausgestrahlt)

Dieses und ein weiteres Motiv gibt’s im .ausgestrahlt-Shop kostenlos als Postkarte, Flyer oder Plakat.

Bild: „Dies ist eine Fälschung von .ausgestrahlt

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Fleisch – es kostet ja nichts

Und weil Fleisch so billig ist, kann man ja eigentlich auch alles mögliches damit machen. Meint zumindest Extra 3 und präsentiert diesen Werbespot:

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Open Hardware – Ein Handy selber bauen?

Für den Laien klingt das erst einmal unmöglich: Sich ein Handy selber bauen. Doch wer wirklich will, kann das neuerdings in Workshops in einer kleinen temporären Fabrik mitten in St. Pauli tun!

Elektronikprodukte sind Blackboxes, in die niemand hineinschauen soll. Konsument*innen werden zwangsweise zu „Usern“ degradiert, die erst gar nicht verstehen sollen, wie ihr Produkt funktioniert. Oft landen Geräte schon im Müll, wenn ein Schalter oder Akku defekt sind. Das sorgt für riesige Mengen Elektronikschrott, Ressourcenverschwendung und „rein zufällig“ auch für gigantische Gewinne in der Industrie (auf Kosten von Verbraucher*innen und Umwelt).
Initiativen wie der Workshop zum Bau eines eigenen Handys sind deshalb sehr zu begrüßen. Solche Programme helfen vielleicht auch zu verstehen, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen viele unserer Elektronikprodukte hergestellt werden. Berüchtigt sind beispielsweise viele Fabriken in Fernost:
Foxconn: Elfter Selbstmord bei iPhone-Hersteller

Doch bei den bewussten Konsument*innen regt sich der Widerstand. Für Handys sind vor allem Projekt wie das Fairphone, modular aufgebaute Handys oder eben das Selbstbau-Handy aus Hamburg erwähnenswert.

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Fleischkonsum – Tierhaltung und Umweltfolgen

In einigen Teilen der Gesellschaft ist der Fleischkonsum seit langem ein strittiges Thema. Die langen Regale mit Fleischprodukten in Supermärkten zeigen jedoch deutlich, dass große Teile der Gesellschaft weiterhin unreflektiert solche Produkte kaufen.
Mit diesem Artikel soll kein weiteres Plädoyer für Vegetarismus oder Veganismus gehalten werden. Viel mehr soll es um die Qualität und die Quantität unseres Fleischkonsums gehen.

Quantität – Wie viel Fleisch muss sein?
Weltweit steigt der Konsum von Fleischprodukten an, weil der Wohlstand in vielen Ländern wächst (Länder des globalen Südens/“Entwicklungsländer“). Ein hoher Fleischkonsum ist deswegen so kritisch, weil er unsere begrenzt(!) nachwachsenden Ressourcen nur sehr ineffizient ausnutzt. Getreide und Soja, dass Menschen essen könnten, wird an Tiere verfüttert. Diese Ineffizienz bestätigten schon 1997 Forscher*innen der Cornell University:
Chicken meat production consumes energy in a 4:1 ratio to protein output; beef cattle production requires an energy input to protein output ratio of 54:1.

Seit dem kommen viele ähnliche Studien zum gleichen Schluss.
Viele Menschen entschließen sich deshalb auch aus ökologischen Gründen auf Fleisch zu verzichten (Environmental vegetarianism) oder ihren Fleischkonsum zu reduzieren.

Qualität – Das Schlachthausparadoxon
Das sogenannte Schlachthausparadoxon beschreibt, dass Menschen zwar die Kuh auf der Wiese, als auch das Steak auf dem Teller gut finden, nicht jedoch das, was dazwischen passiert.
Wenn sich alle Menschen bewusst wären, wie Tierhaltung oft stattfindet, würde so manches Produkt nicht gekauft werden. Doch genau diese Entfremdung zwischen Produkt und Konsument*innen wird oft ausgenutzt. Am Ende kann diese Art der Tierhaltung also bestehen, weil Vertrauen und Unwissenheit ausgenutzt werden.
„If it can be destroyed by the truth, it deserves to be destroyed by the truth!“ – Carl Sagan

Doch schlimmer geht immer!
Das stark umstrittene Freihandelsabkommen TTIP würde es ermöglichen, dass Fleisch von hormonbehandelten Tieren aus den USA importiert würde. Auch ein Import von sogenannten „Chlorhühnchen“ wäre dann möglich. Die meisten Verbraucher*innen sind dabei (wohl zu Recht) um ihre Gesundheit besorgt. Doch welche Auswirkungen hat eine Behandlung mit Wachstumshormonen auf das Wohl der Tiere Tiere? Puten können oft schon jetzt nicht mehr laufen, weil sie zu schnell wachsen und deshalb ihr eigenes Gewicht nicht tragen können.

Wir fordern:

  • Tierhaltungsgesetze mit den höchsten ethischen Standards und garantierter ökologischer Nachhaltigkeit.
  • Keine geschönte Werbung oder Etiketten! – „Omas Bauernhof“ hat nichts mit heutiger industrieller/konventioneller Tierhaltung zu tun!

Bis dahin kann man allen Menschen nur empfehlen, ihr Fleisch entweder von den Landwirt*innen ihres Vertrauens oder Wild zu kaufen. Ebenso vertretbar ist aber auch noch Fleisch, welches mit einem seriösen Biosiegeln zertifiziert ist (ACHTUNG, besonders bei Discountern ist sicher nicht alles Bio, wo Bio drauf steht).
Und natürlich stellt sich auch die Frage, ob es tatsächlich jeden Tag Fleisch sein muss, oder eine Mahlzeit ohne nicht genauso gut schmecken kann.

Übrigens: Männer essen in Deutschland etwa doppelt so viel Fleisch, wie Frauen!

Weitere interessante Informationen zu Fleischkonsum und Auswirkungen finden sich im Fleischatlas von BUND und Böll-Stiftung.

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Blaupause für CETA und TTIP? Rückblick auf 20 Jahre NAFTA

gib TTIP keine chanceDas Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA zwischen Kanada, den USA und Mexiko trat am 01. Januar 1994 in Kraft. Es gilt in vielerlei Hinsicht als Vorbild für weitere Verträge, darunter auch die zur Zeit verhandelten Freihandelsabkommen wie CETA, TTP oder TTIP. Beim Tagesspiegel erschien jetzt eine Bilanz, was nach 20 Jahren aus den Verspechungen geworden ist: Wirtschaftsbeziehungen – Das Netz des Geldes. Das Ergebnis: Viele der Befürchtungen hinsichtlich der aktuell verhandelten Abkommen sind auch dort schon eingetreten.

Der Handel zwischen den drei Ländern hat sich seit 1994 verdreifacht, doch profitiert haben davon in der Hauptsache Großkonzerne und Vermögenseigentümer, während die Einkommensungleichheit in allen drei Ländern massiv zugenommen hat. Und so verschärft Nafta nicht nur die Spaltung zwischen einem Entwicklungsland und zwei Industrieländern. Es forciert auch eine den Neoliberalismus insgesamt charakterisierende Spaltung zwischen den vermögenden Eliten auf der einen Seite und den arbeitenden Bevölkerungen auf der anderen Seite. „Profit over People“ hat Noam Chomskys das schon damals eingängig formuliert.

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Es droht die „schlimmste aller Krisen“

So scheint es zumindest, wenn man diese Nachrichten liest: „Die Nutella-Krise – Gestiegene Haselnuss-Preise könnten den Brotaufstrich verteuern“.
In der Türkei, woher ca. zwei Drittel der weltweiten Haselnuss-Ernte kommen, fällt die Ernte in diesem Jahr vorraussichtlich niedriger aus. Da muss Panik geschoben werden, auch wenn bisher keine offiziellen Meldungen über Preissteigerungen veröffentlicht wurden. Schließlich geht es um den achso gesunden, tollen Lieblings-Brotaufstrich, der gigantische 13% Haselnüsse enthält. Eine sehr schöne Zusammenstellung der Medienberichte zum Thema mit ein paar Hintergrundinfos hat der Journalist Stefan Niggemeier in seinem Blog geschrieben. „Nicht auszudenken, was los ist bei der „Süddeutschen“, wenn der Zucker-Preis steigt“, schreibt er – zurecht, denn Zucker ist in Nutella deutlich mehr enthalten. Palmfett übrigens auch…

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Stiftung Warentest benotet Planeten Erde mit „Mangelhaft“

Ein wahrhaft schockierendes Testergebnis! Dass da noch nicht nachgebessert wurde…

Berlin (dpo) – Großer Schock für Erdnutzer: Wie die Stiftung Warentest am Mittwoch mitteilte, hat der Planet Erde in einem ausführlichen Test auf Bewohnbarkeit, Sauberkeit und allgemeinen Nutzen lediglich die Note „Mangelhaft“ erreicht. Demnach sei der Planet für eine Besiedelung durch den Menschen kaum bis gar nicht zu empfehlen.
„Bereits seit Jahren erreichen uns Berichte empörter Nutzer, die mit ihrem Gesamterlebnis auf dem Planeten Erde in höchstem Maße unzufrieden sind“, erklärte eine Sprecherin der Stiftung auf einer Pressekonferenz. Besonders erschreckend sei dabei die Vielzahl unterschiedlichster Defizite und teils hochgefährlicher Fehlfunktionen, die auf ein bereits ab Werk mangelhaftes Produkt hinweisen. Weiterlesen

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Aldi Nord und die ranzige irische Butter

„..Selbstverständlich [habe das Unternehmen] umgehend zusätzliche laboranalytische Untersuchungen…“ veranlasst, teilte Aldi Nord einer Kundin nach mehrmaligem Nachfragen mit. Die Frau hatte vor einem Jahr Irische Butter reklamiert, die wohl nicht mehr besonders frisch war. Was bei diesen Untersuchungen heraus gekommen war, wollte der Discounter nicht mitteilen, woraufhin die Kundin mit Unterstützung von foodwatch vor Gericht ging – auch um grundlegend klären zu lassen, welche Auskunfstansprüche Kunden gegenüber Unternehmen haben.
Aldi knickte jetzt kurz vor dem Prozess ein, rückte die Ergebnisse der Analysen heraus und verhinderte damit eben diese Klärung. Foodwatch kritisiert: „Im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie im Verbraucherinformationsgesetz (VIG) ist bisher nur geregelt, welche Informationen Behörden an die Verbraucher weitergeben müssen – die Auskunftspflichten von Unternehmen hingegen sind nicht klar defininert“

Quellen: Spiegel.de, foodwatch

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Gentechnik bei McDonald’s

Gentechnik-freies Futter für Hähnchen, die mal Chickennuggets werden wollen, ist dem Fastfood-Konzern angeblich zu teuer. Deshalb wird von den Zulieferern der Kette nicht mehr verlangt, dass sie auf Gentechnik im Futter verzichten, was seit 2001 der Fall war. Angeblich auch, weil es nicht genug herkömmliche Futtermittel auf dem Markt gäbe.

„Für McDonald’s zählt nur der Preis.“

Stephanie Töwe-Rimkeit, Greenpeace

Laut Greenpeace geht es dabei um eine Kostenersparnis von weniger als einem Cent beispielsweise für einen Chickenburger. Eindeutig ein Betrag, für den es sich zu ignorieren lohnt, dass ein Großteil der Bevölkerung keine Gentechnik im Essen haben will…

Quellen: Spiegel.de, Zeit.de

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Der Genmais und die Krabbelviecher

Mittels der Grünen Gentechnik wurde Nutzpflanzen bisher ja schon diverse Dinge „beigebracht”. Eines der bekanntesten Beispiele dürfte die Resistenz gegen den Wirkstoff Glyphosat, enthalten z. B. in den „Roundup“-Produkten des US-Konzerns Monsanto. Dieser schädigt ansonsten im Prinzip alle Pflanzen.

Eine Reihe von gentechnisch veränderten Maissorten geht gegen andere Schädlinge vor: Um die Pflanzen vor Insektenfraß (z. B Maiszünsler, aber auch andere) zu schützen, bekommen sie den Bauplan des Giftes eines Bodenbakteriums (Bacillus thuringiensis, deshalb Bt-Mais) eingebaut. Alle Zellen der Maispflanze produzieren also dieses Gift, an dem die Raupen des Schmetterlings sterben.
Soweit die Theorie. Weiterlesen

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