Der Genmais und die Krabbelviecher

Mittels der Grünen Gentechnik wurde Nutzpflanzen bisher ja schon diverse Dinge „beigebracht”. Eines der bekanntesten Beispiele dürfte die Resistenz gegen den Wirkstoff Glyphosat, enthalten z. B. in den „Roundup“-Produkten des US-Konzerns Monsanto. Dieser schädigt ansonsten im Prinzip alle Pflanzen.

Eine Reihe von gentechnisch veränderten Maissorten geht gegen andere Schädlinge vor: Um die Pflanzen vor Insektenfraß (z. B Maiszünsler, aber auch andere) zu schützen, bekommen sie den Bauplan des Giftes eines Bodenbakteriums (Bacillus thuringiensis, deshalb Bt-Mais) eingebaut. Alle Zellen der Maispflanze produzieren also dieses Gift, an dem die Raupen des Schmetterlings sterben.
Soweit die Theorie.

Allerdings sind immer einige Tiere unempfindlich gegenüber den Bt-Giften. Der Selektionsdruck ist hoch, nur die resistenten Tiere pflanzen sich fort. Wenn dann noch großflächig und immer wieder in Monokulturen der Mais angebaut wird, verbreitet sich diese Resistenz sehr schnell. So geschehen zum Beispiel in Brasilien, was nicht nur zu einer Ertragsminderung führte, sondern auch zu einem erhöhten Pestizideinsatz, der ja eigentlich vermieden werden sollte.

Auch aus den USA gibt es ähnliche Meldungen, dort sollen wohl konventionelle Maisfelder Refugien für nicht-resistente Insekten bilden, was das Problem aber nicht wirklich löst. Aber immerhin wird auch zum regelmäßigen Wechsel der Feldfrucht geraten; der Begriff „Fruchtfolge“ scheint ja in der hochtechnisierten Agrarindustie nicht mehr bekannt zu sein.

Fazit: Gentechnik ist nicht nur ein nicht vollständig überschaubarer und unumkehrbarer Eingriff in die Natur, der von großen Multinationalen Unternehmen durchgeführt wird, für die der Profit im Vordergrund steht. Sie verfehlt zumindest in diesem Fall ihr Ziel auch völlig. Und den wirtschaftlichen Schaden haben die Landwirt_innen, die das patentierte und lizensierte Saatgut gekauft haben.

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