Fleischkonsum – Tierhaltung und Umweltfolgen

In einigen Teilen der Gesellschaft ist der Fleischkonsum seit langem ein strittiges Thema. Die langen Regale mit Fleischprodukten in Supermärkten zeigen jedoch deutlich, dass große Teile der Gesellschaft weiterhin unreflektiert solche Produkte kaufen.
Mit diesem Artikel soll kein weiteres Plädoyer für Vegetarismus oder Veganismus gehalten werden. Viel mehr soll es um die Qualität und die Quantität unseres Fleischkonsums gehen.

Quantität – Wie viel Fleisch muss sein?
Weltweit steigt der Konsum von Fleischprodukten an, weil der Wohlstand in vielen Ländern wächst (Länder des globalen Südens/“Entwicklungsländer“). Ein hoher Fleischkonsum ist deswegen so kritisch, weil er unsere begrenzt(!) nachwachsenden Ressourcen nur sehr ineffizient ausnutzt. Getreide und Soja, dass Menschen essen könnten, wird an Tiere verfüttert. Diese Ineffizienz bestätigten schon 1997 Forscher*innen der Cornell University:
Chicken meat production consumes energy in a 4:1 ratio to protein output; beef cattle production requires an energy input to protein output ratio of 54:1.

Seit dem kommen viele ähnliche Studien zum gleichen Schluss.
Viele Menschen entschließen sich deshalb auch aus ökologischen Gründen auf Fleisch zu verzichten (Environmental vegetarianism) oder ihren Fleischkonsum zu reduzieren.

Qualität – Das Schlachthausparadoxon
Das sogenannte Schlachthausparadoxon beschreibt, dass Menschen zwar die Kuh auf der Wiese, als auch das Steak auf dem Teller gut finden, nicht jedoch das, was dazwischen passiert.
Wenn sich alle Menschen bewusst wären, wie Tierhaltung oft stattfindet, würde so manches Produkt nicht gekauft werden. Doch genau diese Entfremdung zwischen Produkt und Konsument*innen wird oft ausgenutzt. Am Ende kann diese Art der Tierhaltung also bestehen, weil Vertrauen und Unwissenheit ausgenutzt werden.
„If it can be destroyed by the truth, it deserves to be destroyed by the truth!“ – Carl Sagan

Doch schlimmer geht immer!
Das stark umstrittene Freihandelsabkommen TTIP würde es ermöglichen, dass Fleisch von hormonbehandelten Tieren aus den USA importiert würde. Auch ein Import von sogenannten „Chlorhühnchen“ wäre dann möglich. Die meisten Verbraucher*innen sind dabei (wohl zu Recht) um ihre Gesundheit besorgt. Doch welche Auswirkungen hat eine Behandlung mit Wachstumshormonen auf das Wohl der Tiere Tiere? Puten können oft schon jetzt nicht mehr laufen, weil sie zu schnell wachsen und deshalb ihr eigenes Gewicht nicht tragen können.

Wir fordern:

  • Tierhaltungsgesetze mit den höchsten ethischen Standards und garantierter ökologischer Nachhaltigkeit.
  • Keine geschönte Werbung oder Etiketten! – „Omas Bauernhof“ hat nichts mit heutiger industrieller/konventioneller Tierhaltung zu tun!

Bis dahin kann man allen Menschen nur empfehlen, ihr Fleisch entweder von den Landwirt*innen ihres Vertrauens oder Wild zu kaufen. Ebenso vertretbar ist aber auch noch Fleisch, welches mit einem seriösen Biosiegeln zertifiziert ist (ACHTUNG, besonders bei Discountern ist sicher nicht alles Bio, wo Bio drauf steht).
Und natürlich stellt sich auch die Frage, ob es tatsächlich jeden Tag Fleisch sein muss, oder eine Mahlzeit ohne nicht genauso gut schmecken kann.

Übrigens: Männer essen in Deutschland etwa doppelt so viel Fleisch, wie Frauen!

Weitere interessante Informationen zu Fleischkonsum und Auswirkungen finden sich im Fleischatlas von BUND und Böll-Stiftung.

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