Selbstverständnis

FairTrade_Loesje
Zunächst sei gesagt, dass wir den Begriff „fair“ nicht ausschließlich auf „Fairen Handel” beziehen. Fair bedeutet für uns gerecht, nachhaltig, ökologisch und sozial verträglich unter Vermeidung von Ausbeutung von Umwelt, Tier und Mensch.

Fair gehandelte und ökologisch nachhaltig produzierte Lebensmittel werden heute in weiten Teilen der Gesellschaft thematisiert. Auch ein Grundkonsens, dass solche Produkte „gut“ sind, scheint zu bestehen. Man muss sich jedoch leider fragen, in was für eine Gesellschaft wir leben, in der eben solche Lebensmittel und Produkte gekennzeichnet werden müssen.

Wäre es nicht fairer, die nicht fair gehandelten und unökologisch produzierten Lebensmittel als solche zu kennzeichnen? Auch sollten doch die Kosten, die für entsprechende Siegel anfallen, nicht von den ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltig produzierenden und konsumierenden Menschen und Unternehmen getragen werden, sondern eben von allen, deren Produktion und Konsum von Lebensmitteln größere „gesellschaftliche Kosten“ verursacht.

Auch wenn ein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht, dass unökologische Landwirtschaft, Massentierhaltung und unfaire Arbeitsbedingungen schlecht sind, spiegelt sich dies jedoch leider nicht im Konsumverhalten der meisten Menschen wieder. Wir verstehen, dass es oft schwer ist, gegen die Gewohnheiten der Gesellschaft aufzubegehren, in der man lebt, aufgewachsen ist und sozialisiert wurde. Wir möchten jedoch mit der Gestaltung von „Unfair-Trade“ Siegeln, sowie von „Unökologisch“-Siegeln auf diesen Misstand in der Gesellschaft hinweisen und einen Beitrag zur Förderung eines bewussteren Konsumverhaltens leisten.

Unsere Kritik richtet sich nicht speziell gegen einzelne Firmen oder Marken. Wir werden jedoch auf Berichte verweisen/verlinken, die die unökologische und/oder unfaire Arbeitsweise einiger Firmen thematisieren. Oft ist es leider so, dass Firmen gerade deswegen sehr hohe Profite erwirtschaften können, weil sie nicht die Kosten für Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen zahlen.
Im Prinzip ist es ganz einfach:

  • Wenn du gegen unfairen Handel bist, vermeide unfair gehandelte Produkte!
  • Wenn du gegen eine unökologischen Landwirtschaft und Massentierhaltung bist, dann meide solche Produkte!
  • Du hast nicht genug Geld dafür? Dann überdenke doch mal deine Prioritäten und kauf lieber dir bessere Lebensmittel als deinem Auto das Super-Spezial-Motorenöl![1]
  • Wenn du eine eigene Firma hast, frage dich, ob deine Kund*innen und Mitarbeiter*innen für deine Firma da sind, oder ob deine Firma für sie da ist!

[1]In Deutschland geben die Menschen durchschnittlich nur 11 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus, in Ländern wie Italien zum Teil doppelt so viel. Dort werden Lebensmittel noch viel stärker als das angesehen, was sie sind: Mittel zum Leben. Und die könnten einem doch durchaus etwas mehr wert sein.

Es ist aber ein dem Kapitalismus intrinsisches Phänomen, dass es sich auszahlt, egoistisch zu handeln. Profitorientierte Unternehmen, und nur solche können im Hauen und Stechen des kapitalistischen Konkurrenzwettbewerbs letztendlich überleben, müssen und werden immer im Sinne der kapitalistischen Verwertungslogik und der damit einhergehenden Profitmaximierungs handeln. Und mit diesen sind Ideale wie Nachhaltigkeit, Ökologie und soziale Gerechtigkeit nunmal nicht vereinbar, stehen diesen sogar diametral gegenüber.
Bewusster Konsum ist ein Anfang – das Ende der unökologischen, unsozialen und nichtnachhaltigen Geschichte kann aber letzendlich nur die Überwindung des Kapitalismus bedeuten. Was aber nicht davon ablenken darf, dass es im Hier und Jetzt Veränderungen geben muss! Denn auf die Revolution zu warten, während die Welt untergeht, kann keine Option sein!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.