Billigfleisch wird billiger

Hauptsache billig, nach diesem Motto scheinen viele Menschen ihr Fleisch zu kaufen. Dies hat kürzlich erneut zu Preissenkungen geführt.

„Den deutschen Verbrauchern schmeckt es am besten, wenn sie ein Schnäppchen gemacht haben.“

Thorsten Lange

Es ist kaum zu glauben, für welche Preise Fleischprodukte an den Theken der Supermärkte verkauft werden. Die meisten Menschen sehen Massentierhaltung kritisch und doch kaufen sie dann eben solche Produkte. Das Wort Konsumverhalten ist sehr bezeichnend für das, was hier stattfindet. Unter „Verhalten“ verstehen Psychologen und Biologen eher unbewusstes Handeln, als das rationale Treffen von Entscheidungen.
Man könnte wohl fast von einem Beißreflex sprechen. Weiterlesen

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Filmtipp: Die Saatgut-Retter

Diese Dokumentation schildert vor dem Hintergrund der Diskussionen um die EU-Saatgutverordnung die Spannungen zwischen der Züchtung von Hochleistungs-Hybrid-Sorten im Labor und der bedrohten Vielfalt biologischer, samenfester Sorten. Züchter aus Frankreich und Deutschland schildern die Probleme und Hürden, die schon jetzt die Zulassung neuer (alter) Sorten erschweren, da sie eine Uniformität fordern, die die Laborprodukte der großen Konzerne bevorzugt. Die am 11.03.2014 im Europaparlament mit 650 zu 15 Stimmen abgelehnten Vorschläge der Eu-Kommision hätten diese Situation extrem verschärft.

Der Dokumentarfilm bei arte

Hier noch ein paar Links zu den erwähnten Organisationen und Betrieben:
BEDE (Biodiversité: Échanges et Diffusion d‘ Expériences)
Bingenheimer Saatgut
Domäne Fredeburg

Bei den erwähnten fünf größten Saatgutkonzernen handelt es sich um Bayer CropScience, KWS Saat, Monsanto, Pioneer (DuPont) und Syngenta.

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Filmtipp: Wem gehört die Welt?

Eine interessante und sehenswerte Dokumentation zum Thema Allgemeingüter, die auch als Allmende oder Commons bezeichnet werden. Der 44-minütige Film beschäftigt sich einerseits mit der Theorie hinter solchen Modellen von Umgang mit Ressourcen und Gütern, andererseits werden aber auch ganz konkrete Beispiele gezeigt. Themen sind z.B. Saatgut und Züchtung, Boden und Bodenfruchtbarkeit; es geht aber auch um den Umgang mit Kulturgütern und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Hier gehts zur Dokumentation in der 3sat-Mediathek

Den Untertitel „Wachstum durch Teilen“ darf man sicherlich kritisch betrachen…

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Luxus-Kinderkleidung: Gift im Spiel

Greenpeace hat Kinderkleidung einiger internationaler Luxusmarken untersucht und dabei einige schädliche Chemikalien nachgewiesen, die teilweise hormonell wirksam oder als krebserregend eingestuft seien. Getestet wurden Kleidungsstücke und Kinderschuhe der Marken Dior, Dolce & Gabbana, Giorgio Armani, Hermès, Louis Vuitton, Marc Jacobs und Trussardi. Die Ergebnisse der Untersuchung: Alle Hersteller außer Trussardi verwenden schädliche Chemikalien.

„Luxusmode mag exklusiv sein – sauber ist sie deswegen nicht. Der Säuglingsschuh von Hermès war genauso mit gefährlichen Chemikalien belastet wie das Kinder-Shirt von Dior oder die Jacke von Versace. Wir fordern auch die Luxusmarken auf, saubere Kleidung herzustellen und Kinder und Umwelt zu schützen.“ sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.

Als besonders schädlich gelten Nonyphenolethoxylaten (NPE), das hormonell wirksam ist und vor allem eine Gefahr für Wasserorganismen darstellt sowie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), die das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen können. Nachgewiesen wurde NPE in Ballerina-Schuhen der Marke Louis Vuitton, aber auch in Dior-Oberteilen. PFC befinden sich beispielsweise in einer wasserdichten Kinderjacke von Versace. Viele der getesteten Artikel überschreiten deutlich den branchenüblichen Vergleichswert, einen gesetzlichen Grenzwert gibt es nicht.

Antimon war in allen getesteten Artikeln mit Polyesteranteilen von Dolce & Gabbana, Giorgio Armani und Versace enthalten. Antimon ähnelt in seiner Wirkung dem Arsen und ist umwelt- und gesundheitsschädlich. Antimon wird in der Polyesterherstellung als Katalysator benutzt, schon seit einiger Zeit sind dafür Alternativen erhältlich.

Auch das Label „Made in Italy“, welches man normalerweise mit italienischer Handwerkskunst und Eleganz verbindet, kann nicht darüber hinweghelfen. Sieben der zwölf mit NPE kontaminierten Kleidungsstücke tragen dieses Etikett. Die sehr hohen NPE-Werte bei vier Artikeln legen die Vermutung nahe, dass während der Produktion in Europa illegale NPE-Mengen eingesetzt wurden. Dies deutet darauf hin, dass diese Kleidung teilweise außerhalb Europas hergestellt wurde.„Das ‚Made in Italy‘-Etikett garantiert nicht, dass die Kleidung unter den strengeren europäischen Bestimmungen produziert wurde,“ sagt Santen.

Mit der Detox-Kampagne hat Greenpeace 20 Textilhersteller von Primark über H&M bis Burberry überzeugt, sich bis zum Jahr 2020 auf eine Produktion ohne Risiko-Chemikalien zu verpflichten. Der Luxussektor sperrt sich noch gegen die Kampagne. Nur Burberry und Valentino haben eingewilligt, zu entgiften – es bleibt zu hoffen, dass weitere Labels folgen.

Quelle: Greenpeace

Hier gibt es nähere Informationen zur Detox-Kampagne von Greenpeace.

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Label: „Aktion Tierwohl“

Das Label „Aktion Tierwohl“ wurde von Firma Westfleisch in Münster ins Leben gerufen. Es handelt es sich dabei weder um ein Tierschutzprogramm noch um ein Bioangebot.

Die Kernidee ist laut eigenen Angaben, das Wohlbefinden der Tiere zu verbessern.

Die Website der Aktion Tierwohl listet Kriterien für das Siegel auf, beispielsweise Haltungsbedingungen für Sauen. Daten aus den Betrieben wie die tägliche Gewichtszunahme der Tiere und Befunde und Merkmale am Schlachtband werden zusammengeführt und sollen Auskunft über das Wohlbefinden der Tiere zu Lebzeiten geben.

Mit dem Label gekennzeichnete Fleischwaren sind bei Kaufland, Hit, K+K, Minipreis, Real und Famila im Verkauf.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Aus Sicht der Verbraucherzentrale hat das Siegel ein hohes Irreführungspotential, denn die Kriterien sind nicht transparent.
Die Website der Aktion Tierwohl bietet zwar umfangreiche Texte, jedoch ist die Struktur der Informationen kaum nachvollziehbar und die Formulierungen sind vielfach so vage, dass die Tierwohl-Kriterien unklar bleiben.
Bestimmte Punkte werden über Selbstverpflichtungserklärungen geregelt, beispielsweise der Verzicht auf Ferkelkastration. Der Unterschied zwischen Kriterien und Selbstverpflichtung wird aber nicht erläutert.
Fragen der Verbraucherzentrale dazu beantwortete die Firma Westfleisch nicht zufriedenstellend. Eine Beurteilung des Siegels war dadurch nicht möglich.
Optimal und wünschenswert wäre aus Sicht der Verbraucherzentrale eine Tierschutzkennzeichnung auf Basis einer EU-weiten gesetzlichen Regelung. Solch eine Regelung ist zurzeit aber leider nicht in Sicht.

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

Update: Der Verein PROVIEH bezeichnet die Initiative in einem ausführlichen Artikel als „Augenwischerei“ und „angebliches Engagement für den Tierschutz, das in Wirklichkeit keinerlei zusätzliches Tierwohl beinhaltet“.

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Gen-Mais 1507 kurz vor der Zulassung?

Heute beraten in Brüssel die EU-Landwirtschaftminister darüber, ob die Gen-Mais-Sorte 1507 des US-Konzerns Pioneer DuPont in der EU zum Anbau zugelassen werden soll oder nicht. Da dafür eine sogenannte „qualifizierte Mehrheit“ benötigt wird, spielt Deutschlands Abstimmungsverhalten dabei eine große Rolle.

„Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.“

Koalitionsvertrag

Laut einer Greenpeace-Umfrage haben sich 88% der Bevölkerung gegen den Anbau ausgesprochen und im Koalitionsvertrag steht der Satz: „Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an“. Trotzdem will sich die Bundesregierung, unter der Führung von Kanzlerin Merkel und des Bundesforschungsministeriums bei der Abstimmung enthalten. Das dies keineswegs die Meinung der gesamten Koalition ist, zeigen unter anderem Äußerungen von Umweltministerin Hendricks (SPD) und Landwitschaftsminister Friedrich (CSU), die sich gegen die Zulassung ausgesprochen haben.
Nicht hoffen darf man nach einer erfolgten Zulassung auf regionale oder nationale Anbauverbote, die gibt das EU-Recht derzeit nicht her.

Quellen: Spiegel Online, Greenpeace

Update: 19 von 28 EU-Mitgliedsstaaten haben gegen eine Zulassung gestimmt, nur 5 dafür, Deutschland enthielt sich, wie angekündigt. Trotzdem kam die benötigte Mehrheit nicht zustande. Jetzt muss die EU-Kommision entscheiden, die wohl schon angekündigt hat, im Zweifel die Zulassung zu erteilen. Damit könnte die Maissorte bereits in diesem Jahr in einigen EU-Staaten, z.B. Spanien angebaut werden, in Deutschland wohl erst 2015.

Greenpeace, Spiegel Online

Was eigentlich so schlimm an der grünen Gentechnik ist? Hier eine Zusammenstellung von Greenpeace: „Gefahren der Gen-Pflanzen“

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Material: Fleischatlas 2014

Auch die zweite Ausgabe des 2013 erstmalig veröffentlichten Fleischatlas, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) bietet wieder viele interesante Fakten, Grafiken und Artikel zum weltweiten Fleischkonsum und den damit verbundenen Folgen.
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Und wieder einmal Pferdefleisch

In den Niederlanden ist einmal mehr Pferdefleisch gefunden worden, das als Rindfleisch deklariert war.

Niederländische Behörden haben rund 28.000 Tonnen verdächtiges Fleisch zurückbeordert, das möglicherweise mit Pferdefleisch vermischt wurde. Eine Großschlachterei müsse die gesamte Produktion der vergangenen zwei Jahre vom Markt nehmen, teilte die Kontrollbehörde für Nahrungsmittel in Utrecht mit.

Das Unternehmen aus der östlichen Provinz Gelderland steht im Verdacht, teures Rind mit billigerem Pferdefleisch vermischt zu haben. Bei strafrechtlichen Ermittlungen war in Beständen der Schlachterei Pferde-DNA entdeckt worden. Der Betrieb konnte die Herkunft der Ware nicht nachweisen. „Zur Zeit gibt es keine konkreten Hinweise auf eine Gefahr für die Gesundheit“, teilte die Behörde mit. Ein großer Teil der Ware sei wahrscheinlich schon konsumiert.

Die Behörde informierte auch über das europäische Alarmsystem andere Länder von dem Rückruf. Welche Länder möglicherweise betroffen seien, konnte die Behörde noch nicht sagen.

Quelle: foodwatch.org

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Eier aus „Kleingruppenhaltung”

Was bedeutet es eigentlich, wenn auf einem Eierkarton „Kleingruppenhaltung” als Haltungsform angegeben ist? Klingt doch ganz nett, eine Hühner-WG also?

Die „Kleingruppenhaltung“ bei Legehennen ist eine Form der Käfighaltung.
Bis Ende 2008 war in Deutschland die „klassische Käfighaltung“ erlaubt. Dabei standen jedem Tier ein Käfig mit 0,055 Quadratmetern zur Verfügung. Das ist weniger als ein DIN A4 Blatt (0,062 Quadratmeter).

Seit Anfang 2009 dürfen Hennen in Deutschland nur noch in Kleingruppen gehalten werden. Die Käfige müssen eine Grundfläche von 0,080 Quadratmeter pro Tier, einen Einstreubereich, ein Gruppennest und eine Käfighöhe von mindestens 50 Zentimeter aufweisen.

Nach EU-Recht waren die klassischen Käfige noch bis Ende 2011 erlaubt. Seit 2012 dürfen auch in der Europäischen Union Legehennen nur noch in so genannten „ausgestalteten Käfigen“ gehalten werden mit mindestens 0,075 Quadratmeter Käfigfläche pro Henne, einem Legenest, Einstreu und Sitzstangen.

Beide Varianten, die Kleingruppenhaltung und die ausgestalteten Käfige werden mit der „3“ im Stempelcode gekennzeichnet, die für Käfighaltung steht. Auf Eierverpackungen muss auf der Außenseite deutlich sichtbar und leicht lesbar die Angabe der Haltungsart angegeben sein.

Dafür sind bei Eiern aus konventioneller Erzeugung nur die Begriffe „Freilandhaltung“, „Bodenhaltung“ und „Käfighaltung“ erlaubt. Bei Eiern aus Käfighaltung darf der Hinweis „ausgestalteter Käfig“ oder „Kleingruppenhaltung“ ergänzt werden.

Aus unserer Sicht ist aber nicht hinzunehmen, dass die Angabe „Kleingruppenhaltung“ auf der Schauseite der Verpackung prangt, die Pflichtkennzeichnung „Käfighaltung“ dagegen kleingedruckt auf der Rückseite zu suchen ist. Solche Verpackungen können Sie im Produktbereich unseres Portals melden.

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

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Filmtipp: „We Feed the World”

We Feed the World – Essen global

Auch wenn der Film des Dokumentarfilmers Erwin Wagenhoffer schon 2005 in die Kinos kam, ist er immer noch sehr sehenswert und hat ganz sicher in vielen Punkten nichts an Aktualität eingebüßt.

Tag für Tag wird in Wien gleich viel Brot entsorgt, wie Graz verbraucht. Auf rund 350.000 Hektar, vor allem in Lateinamerika, werden Sojabohnen für die österreichische Viehwirtschaft angebaut, daneben hungert ein Viertel der einheimischen Bevölkerung. Jede Europäerin und jeder Europäer essen jährlich zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus Südspanien, wo deswegen die Wasserreserven knapp werden.

Mit WE FEED THE WORLD hat sich Erwin Wagenhofer auf die Spur unserer Lebensmittel gemacht. Sie hat ihn nach Frankreich, Spanien, Rumänien, in die Schweiz, nach Brasilien und zurück nach Österreich geführt.

Roter Faden ist ein Interview mit Jean Ziegler,
UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.

WE FEED THE WORLD ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse – ein Film über den Mangel im Überfluss. Er gibt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat.

Zu Wort kommen neben Fischern, Bauern, Agronomen, Biologen und Jean Ziegler auch der Produktionsdirektor des weltgrößten Saatgutherstellers Pioneer sowie Peter Brabeck, Konzernchef von Nestlé International, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt.

Quelle: we-feed-the-world.at

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